Als ich auf den Bären kam

  • Im Jahre 1992 las ich in einer Fachzeitschrift einen Bericht über die Versteigerung eines alten Steiff-Bären mit dem Namen "Happy" bei Sotheby's  London für die Rekordsumme von ca.  70.000,- €.
  • Das war doch nicht zu fassen! Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollziehen, was Menschen dazu bewegt, solch immense Summen für den Erwerb eines Teddybären auszugeben.
  • Wieder einmal war mein Ehrgeiz geweckt. Mittlerweile recht versiert im Nähen, stellte ich es mir einfach vor, ein Stofftier nach vorgegebenen Schnittteilen anzufertigen

 

  • Mein erster Bär entstand. Aus langflorigem Kunstfaserplüsch genäht, ohne erkennbare Gesichtskonturen, aber vom ersten Blick in seine Augen heißgeliebt. Mein zweiter Bär, der zwar mehr Ähnlichkeit mit einem Hund hatte, gefiel mir noch besser.
  • Von diesem Augenblick an war ich den Bären mit Haut und Haar verfallen und in meinem Schaffensdrang nicht mehr zu bremsen. Ich probierte eine Vielzahl von Bärenschnitten aus die ich in Fachzeitschriften oder Büchern fand. Um von der Originalvorgabe der Bärenkünstlerin, die den Schnitt erstellt hatte abzuweichen, benutzte ich stets andere Fellfarben und Fellbeschaffenheiten wie angegeben und war erstaunt, wie vollkommen anders der fertige Bär aussah.
  • Nun begann ich mit ersten Entwurfskizzen, in denen ich meine Vorstellung vom perfekten Bären umsetzte. Dabei waren die Erfahrung die ich mit Fremdschnitten bis zu diesem Zeitpunkt gemacht hatte von unschätzbarem Wert. Im Bezug auf Schnittführung, Proportionen, Fellauswahl hatte ich viel von den anderen gelernt und konnte dieses Wissen jetzt bei meinen eigenen Schnitten umsetzen.
  • Meine Bärensammlung war mittlerweile auf über sechzig Exemplare angewachsen und obwohl immer wieder Anfragen kamen, ob die Bären auch käuflich zu erwerben seien, konnte ich mich zu diesem Zeitpunkt von keinem meiner Lieblinge trennen, mit Ausnahme einiger besonderer Menschen, denen ich einen Bären zum Geschenk machte.
  • Im Jahr 1997 erhielt ich eine Anfrage, ob ich denn nicht das Bärenmachen unterrichten wolle und diese Herausforderung kam mir gerade recht. So unterwies ich die nächsten vier Jahre als Dozentin an der Volkshochschule Cadolzburg meine Schülerinnen in der Kunst des Bärenmachens. Die Resonanz war durchwegs positiv und so fühlte ich mich zunehmend in meiner Absicht bestätigt, in Zukunft als eigenständige Bärenkünstlerin tätig zu werden. 
  • Ich beschloß, Bären in kleineren Limitierungen zum Verkauf anzubieten und wählte hierfür Veranstaltungen und Messen rund um das Kunsthandwerk.
  • Ab 2004 war ich für die nächsten vier Jahre auf dem Weihnachtsmarkt in Fürth mit einem eigenen Stand vertreten.
  • Seit 2008 habe ich die Möglichkeit, auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt eine eigene Marktbude zu betreiben.
  • Seit 2012 finden sie mich auf allen drei großen Nürnberger Märkten. Dem Christkindlesmarkt, dem Ostermarkt und dem Herbstmarkt.
  • Hier bietet sich mir die Möglichkeit, meine Produkte Menschen aus aller Welt zu zeigen und zum Verkauf anzubieten.,